Nachruf Prof. Dr. med. Klaus Kunze


 

 

Am 2.1.2019 verstarb Klaus Kunze in Hamburg. Er war von 1981-1999 Direktor und Ordinarius der Neurologischen Universitäts­klinik Hamburg-Eppendorf. Bekannt war er auch als erfahrener Gutachter und beteiligte sich im Standardwerk zur neurologi­schen Begutachtung, das damals unser Ehrenmitglied Prof. Suchenwirth mit ihm und mit O.E. Krasney herausgab.

Leidenschaftlich analysierte er neurologische Symptome und strebte immer nach Präzision und Quantifizierung, waren es Entladungsraten motorischer Einheiten oder die "quality of life" oder die Funktionsstörungen nach ZNS-Schädigung. Von seinen Mitarbeitern forderte er stets eine eigene ärztliche Auffassung vom Krankheitsgeschehen und er führte viele in die Begutachtung ein. Bescheiden im eigenen Auftreten, empfahl Kunze, bei Meinungsverschiedenheiten erstmal davon auszugehen, dass der Andere mindestens so klug ist wie man selbst und auch Recht haben könnte - zumindest bis genügend Informationen vorliegen. Hier zeigte sich einige Erfahrung als Gutachter.

Seinem breiten Interesse von Intensivmedizin bis Schlaganfallerkrankungen, von Nerven- und Muskelerkrankungen verdanken viele Ärzte die Ausbildung in der ganzen Breite des Faches. Der Graffitti-Text: "Denken ist wie googeln, nur krasser" hätte ihm große Freude bereitet - leider können wir darüber nicht mehr gemeinsam lachen. Ganz sicher haben ihn viele seiner Patienten, denen er erkennbar nahe stand, nicht vergessen.

Klaus Kunze starb 2 Jahre nach dem Tod seiner Frau Anna, die ihm stets zur Seite stand. Er hinterlässt 2 Töchter: Alexandra ist Leitende Oberärztin in einer Hamburger Klinik für Neurologie und Kerstin ist als Professorin für Theoretische Physik derzeit in Spanien tätig.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.dgn.org

Autor:

Prof. Dr. med. Hans-Christian Hansen,  Hamburg / Neumünster 

Chefarzt der Klinik für Neurologie im Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster,

  1. Vorsitzender DGNB, Sprecher der DIVI-Sektion Koma und Bewusstseinsstörungen

hansen@uke.de / hc.hansen@fek.de