DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR
NEUROWISSENSCHAFTLICHE BEGUTACHTUNG e.V.

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

17. - 19.10.2019 | Schlosshotel Bad Wilhelmshöhe, Schlosspark 8, 34131 Kassel
Intensivseminar Medizinische Begutachtung, Seminarblock 2 in 2019, Kassel
27.08.2019 | Schlossparkklinik Berlin, Cafeteria
Indikation, Möglichkeiten und Grenzen der Beschwerdenvalidierung
09.10.2019 | Handwerkskammer Hamburg, Holstenwall 12, 20355 Hamburg
1. Sitzung des Arbeitskreises Nord (Thema: Gutachten in der neurologischen Arzthaftpflicht)
23.10.2019 | Hörsaal der Rechtsmedizin der Uni Frankfurt
Ist die "evidenzbasierte Medizin" überhaupt evidenzbasiert?
01. - 02.11.2019 | Mainhaus Stadthotel Frankfurt
13. Refresher-Seminar Neurowissenschaftliche Begutachtung

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Aktuelles

Rückblick auf die 21. Jahrestagung der DGNB in der Hamburger Handwerkskammer

 

HC Hansen , Neumünster / Hamburg

Am 24. und 25.Mai 2019 fand mit über 200 Teilnehmern die DGNB-Jahrestagung erstmals in Hamburg statt. Sie wurde von dem derzeitigen 1. Vorsitzenden der DGNB Prof. Dr. med. Hans-Christian Hansen, Neumünster, organisiert. In den historischen Räumlichkeiten der Hamburger Handwerkskammer, zentral gelegen zwischen dem blühenden Parkgelände Planten und Blomen und dem Hafengebiet an der Elbe, referierten ausgewiesene Experten aus Deutschland und der Schweiz vor Neurochirurgen, Neurologen, Psychiatern, Psychologen und Studierenden der Medizin und Psychologie. Neue Positionen wurden ausgetauscht und, wie in der DGNB üblich, offen und kritisch diskutiert.

Den Auftakt am Freitag bildete erstmals ein Workshop: Prof. Dr. Dipl.-Psych. Michael Linden aus Berlin erläuterte den Einsatz des von ihm zusammen mit seiner Arbeitsgruppe entwickelten Beurteilungsinstruments Mini-ICF-APP, das sich zur Darlegung und Quantifizierung von krankheitsbedingten Fähigkeitsstörungen der Aktivitäten und der Partizipation etabliert hat.

Das interdisziplinäre Programm setzte am Freitag den Schwerpunkt auf objektivierende Verfahren in der Begutachtung von psychischen Leistungs- und Funktionsstörungen mit den Referenten Dr. Renato Marelli aus Basel, Dr. Matthias Fabra sowie Dr. Thomas Merten und Prof. Linden aus Berlin. Die besondere Bedeutung der systematisierten Fremdbeurteilung – im Gegensatz zur Selbstevaluation der Beschwerden – mit dem umfassenden Einbezug von Informationen aus verschiedenen Lebenskontexten inklusive Arbeitsplatz wurde als Kernpunkt herausgearbeitet. Dies zeigte sich auch im Vortrag von Prof. Dr. Iris-Katharina Penner, Düsseldorf, über Fatigue als vielschichtiges und häufiges Syndrom, das bei Multipler Sklerose früh auftreten kann und mit einem Dekrement der Leistungskurve in Testuntersuchungen einhergehen sollte. Auf eine notwendige Konkordanz mehrerer aussagekräftiger Testergebnisse in der Beschwerdenvalidierung wies Merten hin. In der Rubrik „strittige Themen“ wurden Fragen zur beruflichen Exposition mit Dämpfen an Bord von Flugzeugen („fume events“) durch Dr. Hermann Weber aus Fürstenfeldbruck sowie die kontroversen neurologischen Fragestellungen rund um die Borreliose durch Prof. Dr. Reinhard Kaiser aus Pforzheim und Dr. Volker Fingerle aus München bearbeitet. Das Referat von Prof. Dr. Christian Büchel aus Hamburg über die messbaren Korrelate sowohl von Schmerzerleben als auch von Plazebowirkungen in der funktionellen Kernspintomografie fand seine unerwartete Resonanz in der Diskussion von Behandlungsergebnissen des Post-treatment Lyme Disease Syndrome (PTLDS)mit günstigerer Ansprache auf Plazebo als auf Antibiotika. Zwar bestehen interessantepsycho-neuroimmunologische Theorien zur Auslösung und Persistenz von Enzephalopathie-Syndromen nach einer Borrelien­infektion oder auf aerotoxischer Grundlage, die aufgeworfenen mögliche Zusammenhänge entziehen sich jedoch noch dem gutachtlich erforderlichen Vollbeweis.

Der zweite Tag stand unter dem großen Thema „Fahreignung“ und begann nach exzellenten Übersichtsreferaten von Dr. J. Michael Hufnagl aus München und Tomas Ciura, Geschäftsführer Verkehrsinstitut Hanse GmbH, aus Hamburg über die kognitiven Aufgabestellungen im Verkehrsgeschehen bzw. die praktische Durchführung der "Hamburger Fahrprobe" mit dem vielbeachteten neuen Positionspapier zur Fahreignung bei Hirngefäßerkrankungen (Prof. Dr. Jürgen Marx, Berlin). Dieses fasst die Situation bei den einzelnen Erkrankungsformenendlich präziser und eröffnet nun auch Optionen für Berufskraftfahrer. Die Effekte von Schmerztherapien (Dr. Matthias Winkelmüller, Hannover) und Psychopharmaka (Prof. Dr. Dipl.-Psych. Gerd Laux, Soyen) fanden ebenso großes Interesse wie die Beurteilung der Fahrtüchtigkeit bei behandelten Parkinsonpatienten (Dr. Odette Fründt, Hamburg). Das vollständige Programm und die zur Verfügung gestellten Vortragsfolien sind im internen Bereich der DGNB Homepage einsehbar.

Ein weiteres Highlight der Tagung war neben dem frischen und sonnigen Hamburger Frühlingswetter der gemeinsame Tagungsabend, bei dem ein Musikprogramm mit der swingenden und sogar singenden DGNB-Band nicht fehlen durfte. Ein kurzes Video wird in Kürze auf dieser Seite veröffentlicht.

Die nächste 22. Jahrestagung der DGNB findet am 15./16. Mai 2020 in Düsseldorf unter der dankenswerten Organisation von Dr. Hildegard Schain, Düren, und Dr. Frank Bergmann, Aachen statt.

 

Professor Hans-Christian Hansen, Neumünster / Hamburg

 

 

Fahreignung bei Hirngefäßerkrankungen

Die Gesellschaften DGNB, DGN, DGNC, DGNR, DSG und GNP haben ein Positionspapier zur Fahreigung bei Hirngefäßerkrankungen verfasst, welches die Risiken bei Hirngefäßerkrankungen dezidiert aufarbeitet unter Zuhilfenahme der aktuellen Literatur.

Das Positionspapier soll die BASt-Leitlinien zur Kraftfahreignung ergänzen.

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Über uns

Die Deutsche Gesellschaft für Neurowissenschaftliche Begutachtung e. V. (DGNB) ist die größte deutschsprachige Gutachter-Vereinigung mit interdisziplinärem Bezug auf die Fächer Neurochirurgie, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Die Gesellschaft hat derzeit 700 Mitglieder, rund 200 davon sind zertifizierte Gutachter der DGNB.

Sie verbindet Gutachter, die auf der einen Seite nach Maßstäben der evidenzbasierten Wissenschaft begutachten. Auf der anderen Seite unterwirft sie sich der juristischen Beweisregeln, die der Gesetzgeber vorgibt.

Um dies zu gewährleisten, ist die DGNB frei von wirtschaftlichen Eigeninteressen und ohne wirtschaftliche Interessenkonflikte.

Neben der Erstellung von Gutachten nach wissenschaftlichen Kriterien fühlt sich die DGNB der Qualität von Aus-, Fort- und Weiterbildung verpflichtet. Die DGNB arbeitet aktiv in Gremien für Erstellung und Aktualisierung von wissenschaftlichen evidenzbasierten Leitlinien zur Begutachtung. Protagonisten der DGNB sind bislang an allen Leitlinien, die sich mit neurowissenschaftlichen Themen befassen, aktiv beteiligt.

Curricula der Gutachterausbildung, nicht nur für neurowissenschaftliche Gutachter, sondern auch für die medizinische Gutachterausbildung insgesamt, entstammen maßgeblich von der DGNB erarbeiteten Vorgaben.

 

 

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